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Das traurigste Buch der Welt


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33 Antworten zu diesem Thema

#1
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
  • 368 Beiträge
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Hallo zusammen,

 

was meint Ihr ist das traurigste Buch der Welt? Ich will es nämlich versuchen zu schreiben, in seiner Traurigkeit toppen also.

 

Ich erinnere mich nach Pessoas Buch der Unruhe ziemlich beschwert gewesen zu sein.

 

Welche findet, fandet Ihr sehr traurig, aber gut?

 

Michael


Bearbeitet von Michael Beisteiner, 15.02.2020 - 09:31,

Zuletzt erschienen: Der Tomatenrebell (wortweit, neu im Frühjahr 2020)

                            zwischenlandungen (Arovell)


#2
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.382 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

J.M. Coetzee, Schande.

 

Apartheit in Südafrika, Hass, Rache und Karrierestreben haben den Helden ein wenig so geformt wie das Land. Als Vater hat er versagt, als Hochschulprofessor mehr oder weniger auch. Irgendwie scheint ihm alles Gefühl abhanden zu kommen. Ein brutaler Überfall auf ihn und seine Tochter bringt einiges in Erschütterung. Es sieht so aus, als würde er Buße tun wollen. Aber die Strafe, die er sich auferlegt, trifft doch wieder einen anderen. 


Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de


#3
FlorianV

FlorianV
  • 140 Beiträge
  • Dabei seit 20.01.20
Albert Camus, Der Fremde. Allein vom letzten Satz des Textes kann man depressiv werden.
Ist aber meiner Meinung nach eines der besten Bücher der Moderne.

Edgar Hilsenrath, Nacht. Habe nie wieder eine so präzise und verstörende Beschreibung eines Gettos in Zeiten der Nazis gelesen.

Hans Fallada, Der Trinker. Brutal und brutal ehrlich. Ein Absturz in das tiefste Loch der Welt.

#4
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
  • 368 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

J.M. Coetzee, Schande.

 

Apartheit in Südafrika, Hass, Rache und Karrierestreben haben den Helden ein wenig so geformt wie das Land. Als Vater hat er versagt, als Hochschulprofessor mehr oder weniger auch. Irgendwie scheint ihm alles Gefühl abhanden zu kommen. Ein brutaler Überfall auf ihn und seine Tochter bringt einiges in Erschütterung. Es sieht so aus, als würde er Buße tun wollen. Aber die Strafe, die er sich auferlegt, trifft doch wieder einen anderen. 

 

 

Albert Camus, Der Fremde. Allein vom letzten Satz des Textes kann man depressiv werden.
Ist aber meiner Meinung nach eines der besten Bücher der Moderne.

Edgar Hilsenrath, Nacht. Habe nie wieder eine so präzise und verstörende Beschreibung eines Gettos in Zeiten der Nazis gelesen.

Hans Fallada, Der Trinker. Brutal und brutal ehrlich. Ein Absturz in das tiefste Loch der Welt.

 

Danke. Nobelpreisträger toppen, hm, das wird wirklich schwierig!

 

Ich verehre Camus, fand Der Fremde aber nicht ganz so schlimm traurig.

 

Die anderen Autoren muss ich nachholen.


Zuletzt erschienen: Der Tomatenrebell (wortweit, neu im Frühjahr 2020)

                            zwischenlandungen (Arovell)


#5
AnnetteSD

AnnetteSD
  • 559 Beiträge
  • Dabei seit 27.01.14

Als ich Das Zimmermädchen von Markus Orths zu Ende gelesen hatte, wollte ich eigentlich weinen - saß aber in einem vollen Zug, hab's daher gelassen.

Nach Brief einer Unbekannten von Stefan Zweig habe ich meiner Erinnerung nach tatsächlich geheult. 

 

Rabenliebe von Peter Wawerzinek hat mich auch sehr erschüttert zurückgelassen.



#6
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
  • 368 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

Als ich Das Zimmermädchen von Markus Orths zu Ende gelesen hatte, wollte ich eigentlich weinen - saß aber in einem vollen Zug, hab's daher gelassen.

Nach Brief einer Unbekannten von Stefan Zweig habe ich meiner Erinnerung nach tatsächlich geheult. 

 

Rabenliebe von Peter Wawerzinek hat mich auch sehr erschüttert zurückgelassen.

Danke. Da kommt Lesestoff zusammen ...


Zuletzt erschienen: Der Tomatenrebell (wortweit, neu im Frühjahr 2020)

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#7
SabineB

SabineB
  • 2.422 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Ich bin ein großer Fan von John Green als Jugendbuchautor. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kennt jeder. Für meinen Geschmack ein bisschen zu dick aufgetragen, obwohl das vermutlich niemand lesen kann ohne zu heulen.

"Eine wie Alaska" ist aus meiner Sicht sein bisheriges Meisterwerk, auch sehr traurig. Aber klar Jugendbuch.

#8
Ulrike

Ulrike
  • 747 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13
Ich antworte jetzt nur aus der Erinnerung, weil ich die Bücher vor langer Zeit gelesen habe:
Elias Canetti, Die Blendung
Gisela Elsner, Die Riesenzwerge

In der letzten Zeit gelesen und auch traurig: Der Distelfink, Donna Tartt

Erschütternd: Thomas Melle, Die Welt im Rücken

Bearbeitet von Ulrike, 14.02.2020 - 20:40,

 

 

LIEBE GEHT DURCH DEN GARTEN, Roman, Diana Verlag

 

 


#9
KarinKoch

KarinKoch
  • 604 Beiträge
  • Dabei seit 07.10.17

  Amèrica  von TC Boyle, aus dem Jahr 1995. Die ineinander verwobene Geschichte zweier Paare: ein erfolgreiches Künstlerehepaar (oder was in der Art) trifft auf zwei völlig verarmte, blutjunge illegale Einwanderer. Und zwar ausgerechnet dadurch, dass der junge Mexikaner von dem stikreichen Schnösel angefahren wird. Der Schnösel begeht Fahrerflucht, der junge Mexikaner verliert seine Arbeit, seine Frau ihr Baby, und am Ende haben alle verloren. Das Buch ist keinesfalls effektheischerisch traurig geschrieben. Die Geschichte an sich ist es. Sehr.


Wenn du weißt, was du tust

kannst du tun, was du willst. (Moshe Feldenkrais)
http://www.peter-ham...ils/karin_koch/


#10
Ulrike

Ulrike
  • 747 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13
Jack London: Martin Eden. Über einen Schriftsteller. Grandios.
 

 

LIEBE GEHT DURCH DEN GARTEN, Roman, Diana Verlag

 

 


#11
SabineB

SabineB
  • 2.422 Beiträge
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"Die Frau des Zeitreisenden" von Audrey Nieffenegger fällt mir noch ein. Unfassbar gut und unfassbar traurig

#12
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.382 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Erschütternd: Thomas Melle, Die Welt im Rücken

 

Ulrike, den Thomas Melle habe ich vor ein paar Jahren auf einer Lesung im tiefsten Russland (Ufa, Baschkirien) kennengelernt. Das ist ein sehr angenehmer Mensch und ich habe ihm jedes Wort von seiner Geschichte geglaubt. 

 

Andererseits ist das Unverständnis einfach vorprogrammiert, wenn ein Autor aus dem "reichen Westen", der es augenscheinlich auch noch "geschafft hat" vor einem Saal junger Russen und Tataren, deren Zukunftsaussichten zumindest damals gar nicht rosig waren, von seinem psychischen Ungemach spricht. Da kam einiger Unwille aus dem Publikum auf. Ist mir noch nie passiert, glaube ich, dass ich beide – konträre – Parteien so gut verstehen konnte.


Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

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#13
Ulrike

Ulrike
  • 747 Beiträge
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Angelika, ja, das glaube ich. Das ist auch das Tragische in seinem Buch - letztendlich stößt seine Erkrankung schnell an menschliches Unverständnis.


 

 

LIEBE GEHT DURCH DEN GARTEN, Roman, Diana Verlag

 

 


#14
MartinC

MartinC
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  • Dabei seit 10.06.13

Für mich noch immer: "Im Westen nichts Neues".

 

LG

Martin


_________________________________________________

www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)


#15
AndreasG

AndreasG
  • 1.575 Beiträge
  • Dabei seit 16.09.07

Angelika, ja, das glaube ich. Das ist auch das Tragische in seinem Buch - letztendlich stößt seine Erkrankung schnell an menschliches Unverständnis.

 

Ich hab das Buch nicht gelesen, aber es ist leider nicht nur in osteuropäischen Länden so, dass psychische Erkrankungen immer noch sehr oft als Luxusprobleme und Zeichen von innerer Schwäche angesehen werden. Im Gegensatz zu echten Problemen (keine rosigen Zukunftsaussichten) und echten Krankheiten (Krebs).

 

Ich fand Ian McEwans "Abbitte" sehr tragisch und traurig. 


"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018; "Wir sind die Wahrheit", Jugendbuch Dressler Verlag 2020

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019


#16
Margot

Margot
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"Oscar et la dame rose" ... gibt es sicher auch auf Deutsch. Mann, habe ich geweint! :s07



#17
Christa

Christa
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"Im Westen nichts Neues" habe ich mehrfach als Film gesehen und auch als Buch gelesen. Und jedes Mal hat es mich gleich erschüttert und traurig gemacht. Camus "Der Fremde" auch zweimal gelesen, aber ich meine, dass in der Hoffnungslosigkeit noch Hoffnung mitschwang.

 

Als sehr, als absolut trauriges Buch ist mir vom unbekannten österreichischen Franz Werfel ein Roman in Erinnerung:

"Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd."

Und auch von Stefan Zweig habe ich schon traurige Bücher gelesen.

Geweint habe ich nach dem historischen Roman von Astrid Fritz: "Die Hexe von Freiburg".


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#18
Ulrike

Ulrike
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Ich nenne noch ein Kinderbuch: Patrick Ness, Sieben Minuten nach Mitternacht.


 

 

LIEBE GEHT DURCH DEN GARTEN, Roman, Diana Verlag

 

 


#19
UlrikeS

UlrikeS
  • 3.231 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Andrzej Szczypiorski "Eine Messe für die Stadt Arras" (eine Stadt wird von der Pest heimgesucht, abgeriegelt und gerät völlig außer Kontrolle - da muss ich in letzter Zeit oft dran denken)

 

Alexander Solschenizyn "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" (der im GULAG lebt)

 

Und, was Neueres, nicht vergleichbares, aber trotzdem sehr trauriges:

 

Jojo Moyes "Ein ganzes halbes Jahr". (Eine Frau wird Pflegerin eines Tetraplegikers, der sich umbringen will. Sie will ihn abhalten, aber am Schluss wird er sich trotzdem töten. Ein teilweise sehr lustiges und teilweise extrem trauriges Buch)

 

John Green "Eine wie Alaska" hat mich auch sehr beeindruckt!! Hier weiß man am besten nicht, worum es geht, dann ist der Effekt am besten.



#20
AnnaW

AnnaW
  • 1.148 Beiträge
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Hans Henny Jahnn: Die Nacht aus Blei.

Das ist aus den Fünfzigern, ein Hamburger Autor, eher unbekannt, ich hab's vor langer Zeit gelesen und bin in einen Abgrund gestürzt.

Ich fand dauch "Lenz" von Büchner sehr sehr traurig.

 

Die Frage ist, was du willst: Süße Traurigkeit? Depression? Verzweiflung?

 

Viele Grüße

Anna


Bearbeitet von AnnaW, 15.02.2020 - 12:08,