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Krimiexposé


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47 Antworten zu diesem Thema

#41
ChristineN

ChristineN
  • 1.315 Beiträge
  • Dabei seit 04.12.06

Liebe Kerstin,

 

deine Frage stelle ich mir auch immer wieder. Man weiß, in einem Exposé muss die gesamte Handlung offengelegt werden. Mit einem Anfang und der kurzen Figurenvorstellung über die Wendungen bis zur Auflösung. Aber auch ein Exposé sollte m.M.n. halbwegs die Spannung einer Kriminalgeschichte widerspiegeln. Also würde ich den Täter erst am Ende entlarven. Es gibt Ausnahmen. Z.B. eine why done it? - Geschichte aus der Sicht des Täters.

 

Liebe Grüße,

Christine



#42
KerstinH

KerstinH
  • 1.135 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19

Danke für alle eure Rückmeldungen. Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass ich dem Exposé eine Art Teaser voranstelle - in Klappentextmanier, den Täter also noch nicht nenne - und dann im Exposé über die ersten zwei Drittel hin Spannung aufbaue, indem ich die verschiedenen Spuren und Verdächtigen vorstelle, allerdings nicht rein chronologisch. Im letzten Teil, der Auflösung, werde ich etwas mehr auf die Meta-Ebene gehen und herausstellen, warum ich die Dinge so und nicht anders gelöst habe.


Bearbeitet von KerstinH, 12.08.2020 - 11:09,


#43
JulianeB

JulianeB
  • 967 Beiträge
  • Dabei seit 26.06.12

Einen Pitch kann man z.B. schreiben, indem man folgende drei Fragen beantwortet (auch in dieser Reihenfolge):

Was ist das Ziel der Hauptfigur(en)? -> Was treibt ihn/sie an (Motivation)? -> Was ist der Konflikt, der dadurch entsteht? 

Und ja, Auflösung gehört nicht in den Pitch. Er soll ja Interesse wecken und neugierig machen..

 

Das Exposé sollte nicht nur den Plot und Inhalt wiedergeben, sondern auch schon wiederspiegeln, wie das Manuskript generell angelegt ist und in welchem Stil es sich ungefähr bewegt. Wenn die Handlung sehr spannend ist und die Figuren sich vielleicht auch sehr undurchsichtig geben, beispielsweise, dann sollte das auch im Exposé rauskommen.

Außerdem soll das Exposé zeigen, ob das ganze Projekt funktioniert (innere Logik und Glaubwürdigkeit). Natürlich sollten darin auch die wichtigsten Figuren schon bisschen greifbar gemacht werden und das Ganze sollte sich natürlich lesen wie Butter :p


Bearbeitet von JulianeB, Gestern, 21:22,

"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."

Erich Kästner Vorträge und Lesungen einstudieren  und  Autorenseite Juliane Breinl

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#44
KerstinH

KerstinH
  • 1.135 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19

Das Exposé sollte nicht nur den Plot und Inhalt wiedergeben, sondern auch schon wiederspiegeln, wie das Manuskript generell angelegt ist und in welchem Stil es sich ungefähr bewegt. Wenn die Handlung sehr spannend ist und die Figuren sich vielleicht auch sehr undurchsichtig geben, beispielsweise, dann sollte das auch im Exposé rauskommen.

Außerdem soll das Exposé zeigen, ob das ganze Projekt funktioniert (innere Logik und Glaubwürdigkeit). Natürlich sollten darin auch die wichtigsten Figuren schon bisschen greifbar gemacht werden und das Ganze sollte sich natürlich lesen wie Butter :p

 

Ja, das sehe ich auch so.

 

Einen Pitch kann man z.B. schreiben, indem man folgende drei Fragen beantwortet (auch in dieser Reihenfolge):

Was ist das Ziel der Hauptfigur(en)? -> Was treibt ihn/sie an (Motivation)? -> Was ist der Konflikt, der dadurch entsteht? 

Und ja, Auflösung gehört nicht in den Pitch. Er soll ja Interesse wecken und neugierig machen..

 

Hier, denke ich, fällt ein Krimi aus dem Rahmen, deswegen kann man diese Beschreibung nicht anwenden. Denn wer sind die Hauptfiguren? Wenn es, bei einem Ermittlerkrimi, die Ermittler sind, dann ist deren Ziel natürlich die Aufklärung des Falles. Falls es der Täter ist, dann möchte der verständlicherweise nicht entdeckt werden, wenn ich also etwas über seine Motivation schreiben würde, würde ich ihn damit gleichzeitig verraten. Aber die Auflösung soll ja nicht in den Pitch. Entsprechend kann ich auch nicht wirklich auf seine Konflikte eingehen. Deshalb glaube ich, dass beim Krimi maximal eine Art Klappentext vorangestellt werden kann, so wie es PetraG weiter oben sagte. Das wäre jetzt auch meine bevorzugte Variante.


Bearbeitet von KerstinH, Heute, 08:08,


#45
Sebastian Niedlich

Sebastian Niedlich
  • 839 Beiträge
  • Dabei seit 03.02.15

Hier, denke ich, fällt ein Krimi aus dem Rahmen, deswegen kann man diese Beschreibung nicht anwenden. Denn wer sind die Hauptfiguren? Wenn es, bei einem Ermittlerkrimi, die Ermittler sind, dann ist deren Ziel natürlich die Aufklärung des Falles. Falls es der Täter ist, dann möchte der verständlicherweise nicht entdeckt werden, wenn ich also etwas über seine Motivation schreiben würde, würde ich ihn damit gleichzeitig verraten. Aber die Auflösung soll ja nicht in den Pitch. Entsprechend kann ich auch nicht wirklich auf seine Konflikte eingehen. Deshalb glaube ich, dass beim Krimi maximal eine Art Klappentext vorangestellt werden kann, so wie es PetraG weiter oben sagte. Das wäre jetzt auch meine bevorzugte Variante.

Jein.

 

Man muss das schon irgendwie anpassen, aber dennoch kann man z.B. Dinge wie "Dringlichkeit" reinbringen, z.B. wenn die Gefahr besteht, dass noch weitere Morde geschehen. Die Frage nach dem Ziel und der Motivation kann man so interpretieren, wie die Tat auf den ersten Blick wirkt: Mord aus Leidenschaft, Mord aus monetären Gründen, etc. Als Motivation könnte man die ersten Spuren nennen, die die Ermittler haben, à là "Die Spur führt ins Rotlichtmilieu" oder "Da beim Opfer ein Affenhaar entdeckt wird, führt die Spur in den Zoo" oder was weiß ich.
Generell ist es vielleicht nicht schlecht das Thema des Ganzen anzuschneiden. Jede Geschichte sollte ja ein Thema haben, welches sozusagen alles beeinflusst. Nehmen wir beispielsweise mal den Ermittlerkrimi "Sieben". Vordergründig geht es natürlich darum einen Serienkiller zu finden, aber eigentlich fragt der Film, ob man die Welt retten kann und ob sich das überhaupt lohnt.
Ein Pitch sähe eventuell so aus: "Der abgeklärte Sommerset und der heißspornige Mills ermitteln in mehreren Fällen, die auf einen Serienkiller schließen lassen, der auf den sieben Todsünden basierend mordet. Während sie versuchen, weitere Morde zu verhindern, wobei Mills mehr als einmal mit dem Kopf durch die Wand will, ahnt der besonnene Sommerset, dass der Killer ihnen womöglich weit voraus ist und auch an ihnen ein Exempel statuieren will."

Das holpert jetzt ein wenig und ist weit davon entfernt perfekt zu sein, aber da stecken Dringlichkeit, Motivation und ein wenig Weltbild und der Konflikt zwischen den Ermittlern und der Konflikt zwischen Ermittlern und Mörder drin. Es ist nicht unmöglich. ;)
 



#46
JulianeB

JulianeB
  • 967 Beiträge
  • Dabei seit 26.06.12

 

Hier, denke ich, fällt ein Krimi aus dem Rahmen, deswegen kann man diese Beschreibung nicht anwenden. Denn wer sind die Hauptfiguren? Wenn es, bei einem Ermittlerkrimi, die Ermittler sind, dann ist deren Ziel natürlich die Aufklärung des Falles. Falls es der Täter ist, dann möchte der verständlicherweise nicht entdeckt werden, wenn ich also etwas über seine Motivation schreiben würde, würde ich ihn damit gleichzeitig verraten. Aber die Auflösung soll ja nicht in den Pitch. Entsprechend kann ich auch nicht wirklich auf seine Konflikte eingehen. Deshalb glaube ich, dass beim Krimi maximal eine Art Klappentext vorangestellt werden kann, so wie es PetraG weiter oben sagte. Das wäre jetzt auch meine bevorzugte Variante.

Jein.

 

Man muss das schon irgendwie anpassen, aber dennoch kann man z.B. Dinge wie "Dringlichkeit" reinbringen, z.B. wenn die Gefahr besteht, dass noch weitere Morde geschehen. Die Frage nach dem Ziel und der Motivation kann man so interpretieren, wie die Tat auf den ersten Blick wirkt: Mord aus Leidenschaft, Mord aus monetären Gründen, etc. Als Motivation könnte man die ersten Spuren nennen, die die Ermittler haben, à là "Die Spur führt ins Rotlichtmilieu" oder "Da beim Opfer ein Affenhaar entdeckt wird, führt die Spur in den Zoo" oder was weiß ich.
Generell ist es vielleicht nicht schlecht das Thema des Ganzen anzuschneiden. Jede Geschichte sollte ja ein Thema haben, welches sozusagen alles beeinflusst. Nehmen wir beispielsweise mal den Ermittlerkrimi "Sieben". Vordergründig geht es natürlich darum einen Serienkiller zu finden, aber eigentlich fragt der Film, ob man die Welt retten kann und ob sich das überhaupt lohnt.
Ein Pitch sähe eventuell so aus: "Der abgeklärte Sommerset und der heißspornige Mills ermitteln in mehreren Fällen, die auf einen Serienkiller schließen lassen, der auf den sieben Todsünden basierend mordet. Während sie versuchen, weitere Morde zu verhindern, wobei Mills mehr als einmal mit dem Kopf durch die Wand will, ahnt der besonnene Sommerset, dass der Killer ihnen womöglich weit voraus ist und auch an ihnen ein Exempel statuieren will."

Das holpert jetzt ein wenig und ist weit davon entfernt perfekt zu sein, aber da stecken Dringlichkeit, Motivation und ein wenig Weltbild und der Konflikt zwischen den Ermittlern und der Konflikt zwischen Ermittlern und Mörder drin. Es ist nicht unmöglich. ;)
 

 

Jep. Das sehe ich auch so. Meiner Erfahrung nach funktioniert die Formel "Ziel, Motivation und Konflikt" bei allen Genres. Mir gefällt dein Pitch zu "Sieben" und ich glaube gar perfekt muss er gar nicht sein, Nur eben neugierig machen und, wenn möglich, unbedingt auch einen USP transportieren.

 

Etwas abseits des Themas:

Ich lese übrigens gerade zur Vorbereitung für ein Rhetorik Seminar, Jack Nasher "Überzeugt! Wie Sie Kompetenz zeigen und Menschen für sich gewinnen". Wie ich feststelle, hilft diese Lektüre auch sehr, um sich als Autor klar zu machen, wie wir uns besser mit unseren Projekten an Verlage verkaufen können (was ja nun hauptsächlich auch über Pitch und Exposé geschieht!) Jedenfalls gehen mir gerade bei der Lektüre mehrere Augen auf.


Bearbeitet von JulianeB, Heute, 18:40,

"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."

Erich Kästner Vorträge und Lesungen einstudieren  und  Autorenseite Juliane Breinl

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#47
AnnaW

AnnaW
  • 1.202 Beiträge
  • Dabei seit 10.08.15

Etwas abseits des Themas:

Ich lese übrigens gerade zur Vorbereitung für ein Rhetorik Seminar, Jack Nasher "Überzeugt! Wie Sie Kompetenz zeigen und Menschen für sich gewinnen". Wie ich feststelle, hilft diese Lektüre auch sehr, um sich als Autor klar zu machen, wie wir uns besser mit unseren Projekten an Verlage verkaufen können (was ja nun hauptsächlich auch über Pitch und Exposé geschieht!) Jedenfalls gehen mir gerade bei der Lektüre mehrere Augen auf.


Off Tonic:

 

Juliane, hättest du nicht Lust, darüber in einem anderen Thread mehr zu erzählen? Ich sitze gerade an zwei Pitches und Exposés und diesmal ist mir mehr als bisher daran gelegen, sie an den Mann bzw. die Frau zu bringen, weshalb ich intensiver als bisher darüber nachdenke, was dabei wichtig ist. Also nicht nur die Frage, wie stelle ich die Handlung dar, sondern auch, wie übertrage ich meine Vision von der Geschichte, das, was über die Handlung hinausgeht und mir wichtig ist,

Ich fänd’s toll. 
 

Liebe Grüße 

Anna


Bearbeitet von AnnaW, Heute, 20:06,


#48
JulianeB

JulianeB
  • 967 Beiträge
  • Dabei seit 26.06.12

Etwas abseits des Themas:

Ich lese übrigens gerade zur Vorbereitung für ein Rhetorik Seminar, Jack Nasher "Überzeugt! Wie Sie Kompetenz zeigen und Menschen für sich gewinnen". Wie ich feststelle, hilft diese Lektüre auch sehr, um sich als Autor klar zu machen, wie wir uns besser mit unseren Projekten an Verlage verkaufen können (was ja nun hauptsächlich auch über Pitch und Exposé geschieht!) Jedenfalls gehen mir gerade bei der Lektüre mehrere Augen auf.


Off Tonic:

 

Juliane, hättest du nicht Lust, darüber in einem anderen Thread mehr zu erzählen? Ich sitze gerade an zwei Pitches und Exposés und diesmal ist mir mehr als bisher daran gelegen, sie an den Mann bzw. die Frau zu bringen, weshalb ich intensiver als bisher darüber nachdenke, was dabei wichtig ist. Also nicht nur die Frage, wie stelle ich die Handlung dar, sondern wie übertrage ich meine Vision von der Geschichte, das, was über die Handlung hinausgeht und mir wichtig ist,

Ich fänd’s toll. 
 

Liebe Grüße 

Anna

Liebe Anna,

 

ich bin gerade in der Endphase eine Projekts  und deshlab habe ich mich mit Pitch und Exposé auch wieder einmal intensiv beschäftigt. Empfehlen kann ich zum Thema Pitch ganz besonders auch Donald Maass' "Writing the breakout novel workbook".  Oder den Ratgeber von Diana Hillebrand, die ja auch hier im Forum ist. Sie gibt in Band 2  tolle Tipps und handfeste Anregungen zum Schreiben von Pitch und Exposé. ("Heute schon geschrieben?", Diana Hillebrand).

Für das Rhetorik-Seminar, dssen Leitung ich spontan in zwei Wochen übernehme, lese ich mich  durch diverse Werke zum Thema. Auch da bin ich also sehr unter Zeitdruck und so habe ich für die Eröffnung eines so komplexen Foren-Themas leider nicht die Zeit. Grundsätzlich, denke ich, wäre das aber auch ein super Workshop Thema in einem Montségur-Oberursel-Treffen im nächsten Jahr!

 

Beste Grüße,

Juliane


"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."

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