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Mein Anti-Buch des Jahres 2006


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63 Antworten zu diesem Thema

#21
jueb

jueb
  • 4.000 Beiträge
  • Dabei seit 01.01.06
hallo thomas endlich bin ich mal anderer meinung als du! ;D über murakami lasse ich nichts kommen. gut "gefährliche geliebte" mag nicht sein stärkstes buch sein, aber das herauspflücken einzelner sätze scheint mir bei murakami sicherlich nicht die glücklichste beweisführung zu sein. ich finde bei ihm geht es stark um atmsophäre, um eine bestimmte haltung, um einen auch lässigen, beiläufigen erzählton. es wäre so, wenn du beim jazz einzelne noten herausgreifen würdest und meintest: die seien schlecht.. herzlichst: jueb
"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."&&&&Projekt MD&&"Erdbeeren & Bananen"

#22
Daniela

Daniela
  • 1.330 Beiträge
  • Dabei seit 29.08.06
Womit ja wieder bewiesen wäre, was wir alle schon wussten: Bücher sind - wie so vieles - eben Geschmackssache. Klar, man kann für sich selbst immer gute, sachlich klingende Gründe finden, warum man einen Roman nicht ausstehen kann. Auch ich habe schon etliche Sachen in der Hand gehalten, die ich am liebsten dem Autor oder Verleger um die Ohren gehauen hätte  :s11 Aber man beleidigt mit dem öffentlichen Verriss nicht nur den Autor, sondern auch all die Leser, die das Buch mochten, und deshalb bin ich kein Freund dieses Threads. Wem ich allerdings gelegentlich auch am liebsten in den Allerwertesten treten würde, sind die Leute, die in den Verlagen die Klappentexte schreiben. Was da teilweise geboten wird, ist einfach niveaulos und gehört verboten  :s23  Wenn schon der Autor seinen Klappentext nicht selbst schreiben darf, dann sollte der betreffende Klappentextdichter das Buch wenigstens gelesen haben, anstatt den Inhalt falsch wiederzugeben! Und wenn der Klappentext schon sämtliche Klischees des jeweiligen Genres beinhaltet, obwohl der Roman selbst das nicht tut, dann muss sich auch keiner wundern, warum ich so viele Bücher nach der Lektüre des Klappentextes abgeschreckt ins Regal zurückstelle ... Herzliche Grüße, Daniela

#23
Thomas R.

Thomas R.
  • 2.632 Beiträge
  • Dabei seit 07.04.05
Hallo jueb, endlich mal unterschiedlicher Meinung ;). Das herausgreifen einzelner Passagen ist sicher unfair, aber ich wollte nicht in Gefahr geraten zu lange Passagen zu zitieren. Und Murakami wurde überall über den Klee gelobt, und als ich das Buch in der Hand hatte, dann war ich unheimlich enttäuscht, weil er mich an keiner Stelle überzeugen konnte, weder mit seinen Figuren, der Atmosphäre, der Handlung und vor allem nicht mit der Stilistik. Ich wäre sicher etwas gnädiger, wenn das Buch irgendwann etwas Tiefe gehabt hätte, oder die guten Ansätze mal länger als zwei Sätze gehalten hätten. (Die Alternative wäre Dürrenmatt "Der Richter und sein Henker" gewesen, oder das Buch eines Autors, der inzwischen in leitender Funktion bei einem Verlag tätig ist. Und da wollte ich weder den Namen Michael Krüger, noch den Titel "Das Ende des Romans" erwähnen ;D.) Gruss Thomas
"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

#24
MartinaC

MartinaC
  • 4.601 Beiträge
  • Dabei seit 06.06.05
Hallo Daniela, ich durfte/sollte meinen Klappentext selbst schreiben und war damit leicht überfordert, weil ich nicht genau wusste was ich bei meinem Erstling am besten schreibe. Die Unsicherheit des Anfängers. Ich wäre dankbar gewesen, wenn der Verlag das übernommen hätte. Natürlich kann das auch schief gehen, wie du anführst. Das wäre doch mal einen eigenen Thread wert! Ich glaube das Thema hatten wir noch nicht. Ich bin auch schon so oft auf abwegige Klappentexte reingefallen ... :s16 LG Joy

www.sieben-verlag.de


#25
Susanne

Susanne
  • 4.919 Beiträge
  • Dabei seit 28.09.06
@Elena: wg. "Schwarzes Haus", kann ich unterschreiben. Nichts vom Zauber des Talisman darin zu entdecken. Die Fortsetzung, die ich mir beim Hasenfutter-Suchen in Korsika über mehrere Jahre ausgedacht hatte, (hatte was mit noch mehr parallelen Welten zu tun) wäre witziger gewesen ;D. Umso besser, die Idee benutze ich jetzt selbst, ätsch, Stephen, Pech gehabt. ;)

Liebe Grüße, Susanne

 

"Books! The best weapons in the world!" (The Doctor)


#26
Thomas R.

Thomas R.
  • 2.632 Beiträge
  • Dabei seit 07.04.05
Hallo Daniela,

Aber man beleidigt mit dem öffentlichen Verriss nicht nur den Autor, sondern auch all die Leser, die das Buch mochten, und deshalb bin ich kein Freund dieses Threads.


Wenn ich mir ein Buch kaufen möchte, konsultiere ich lobende Besprechungen und die Verrisse und negativen Kritiken. Weil kein Buch jedem Leser gefällt, und die Gegenüberstellung von Meinungen mir einen wesentlich besseren Einblick in den Buch bietet als nur eine Meinungsrichtung.
Man beleidigt übrigens niemals den Autor, sondern nur das Buch. Selbst bei einem Verriss. Weil ich bei Verrissen meiner Werke auch oft grinsen muss, wenn jemand durch mein Buch oder meinen Text wütet- nachdem ich eine Stunde lang meine Mordgedanken durch einen Spaziergang abgearbeitet habe. Jeder mag seine Suppe anders, und anders gewürzt.
Als Leser habe ich mich noch nie bei einer Kritik beleidigt gefühlt, und auch die Rückmeldungen von Lesern bei Verrissen ist meistens, dass die Leser sehr souverän mit solchen Verrissen umgehen. Denn wenn man ein Buch mag, dann ist es völlig egal wie der komische Thomas Bluomo oder andere das Buch verreißen. Der Leser schreibt höchstens eine Verteidigung oder eine Erwiderung, oder denkt noch einmal über das Buch nach.

Gruss

Thomas
"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

#27
hpr

hpr
  • 7.210 Beiträge
  • Dabei seit 14.03.06

Und damit ich die Kurve on topic kriege, erkläre ich das mal zu meinem Nicht-Buch des Jahres. ;D

Also das Filmbuch jetzt, gell. Eragon selber kenne ich ja nicht. Aber nach allem, was ich gehört habe, ist das nichts, was ich lesen will.

Hallo Sabine,

der Film wurde offenbar auch von Eragon Fans verrissen, die deine Meinung teilen. Hier ein Beispiel:
(Link ungültig)

Hans Peter

#28
Daniela

Daniela
  • 1.330 Beiträge
  • Dabei seit 29.08.06
@Joy: Wenn man unsicher ist, wäre es natürlich hilfreich, wenn der Verlag einspringt. Leider habe ich (gerade erst wieder von einem verärgerten Kollegen eine solche Story live mitbekommen) die Erfahrung gemacht, dass Verlage auf die Idee kommen, einfach selbst Klappentexte zu schreiben und z. B. im Internet schon öffentlich machen, ohne dass der Autor diesen Text vorher gesehen hat. Und da kann man unerfreuliche Überraschungen erleben. Für meine letzten Romane durfte ich die Klappentexte meist selbst schreiben und wenn da noch ein Lektor draufschaut, kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen. Deshalb halte ich das für den besten Weg. Liebe Grüße (und Ende off topic  ;)) Daniela

#29
(Elena)

(Elena)
@Susanne: Dann bin ich ja mal gespannt. :) Besser kann's nur noch werden ... Es ist wirklich schade, wie eine gute Vorgeschichte so wundersam schlecht weitergeführt werden kann. Vielleicht besinnen sie sich noch und schreiben eine echte Fortsetzung. Wobei mir der Radschlag zum Dunklen Turm sehr gut gefiel, auch wenn er konsequenter hätte sein können. Zu Eragon: Da will ich mal die Gegenstimme machen, ich fand es nicht so schlimm. Die zweite Hälfte las sich sogar recht unterhaltsam, die Qualität des Buches rechtfertigt nicht den Erfolg, nur die Qualität des Marketings ... :s21 Liebe Grüße, Elena

#30
Olga

Olga
  • 3.143 Beiträge
  • Dabei seit 01.05.06
Für mich - nicht auszuhalten. Es wäre ein wundervolles Buch gewesen, wenn die Autorin etwas vom Handwerk verstehen würde. Ganz ehrlich, wenn jemand im Dialog streitet, brauche ich danach nicht erklärt bekommen, dass sie gestritten haben. Figurenbeschreibung einfach nur primitiv: sie war blond, x,xx Meter groß, schlank, ... Einige Charaktere einfach nur überzeichnet Enttäuschte Grüße, Olga

#31
(SabineK)

(SabineK)
Schöner Thread. So richtig klasse, sich mal über all den Mist auszulassen, der den Buchmarkt (oft auch noch extrem erfolgreich >:( ) bevölkert. Meine Anti-Bücher des Jahres: Eva Herrmann - Das Eva-Prinzip DAS muß einfach nur jede emanzipierte Frau schlecht finden (ich habe im Laden drin gelesen, war nicht bereit, für den Mist auch noch die Brieftasche von Frau Herrmann zu füllen) viel größere Enttäuschung hingegen: Jonathan Franzen - Die Korrekturen WAS in Gottes Namen hat das Buch auf die Bestsellerlisten gebracht? Ich habe nach ca. 1/3 entnervt aufgegeben. Keine Handlung, unsinnige sexuelle Szenen verschiedener Ausmaße... Falls es jemand in diesem Buch weiter als bi 1/3 gebracht hat, wäre es toll, wenn er mir sagt, ob es da am Ende noch einen Clou gab.

#32
(Petra)

(Petra)
Hallo Sabine, ich habe das Buch sehr genossen, aber ich bin kein Missionar ;) Insofern lese ich diese Antiliste auch als Empfehlung... Schöne Grüße, Petra

#33
Inge

Inge
  • 1.342 Beiträge
  • Dabei seit 05.05.06
Hallo Sabine, da kann man sehen, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Das Eva-Prinzip: Da bin ich ähnlicher Meinung wie du. Aber: "Die Korrekturen" gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Ich finde es hinreissend geschrieben. Wie Franzen diese kaputte Familie bzw. deren Mitglieder zeichnet ist überzeugend, und vielschichtig; er verrät keinen seiner Protas sondern geht liebevoll mit ihnen um, obwohl er all ihre Schwächen, Macken und Unerträglichkeiten vorführt. So schreiben zu können ... Liebe Grüße Inge

#34
(Huutini)

(Huutini)

Hallo zusammen,

mein Anti-Buch (im Sinne von größter Enttäuschung) des Jahres 2006 war Haruki Murakami "Gefährliche Geliebte".


:s07 :s07 :s07

Du Kulturbanause!!
Das war mein Buch des Jahres 2005!!! ;D

Habe es hier übrigens in einem eigenen Thread mal vorgestellt, da steht auch, wie ich das Buch sehe, und warum es mir gefällt. Einfach mal suchen. :)

Gruß,
Marco!

#35
(ChristophL)

(ChristophL)
Frank Schätzing, "Tod und Teufel". Nein, das wird kein Schätzing-Bashing. "Der Schwarm" mag einige Schwächen haben, aber ihm liegt eine innovative Idee zu Grunde, und er ist toll geschrieben. Für "Tod und Teufel" gilt das leider nicht. Überzeichnete Charaktere, ein zwanghafter Hang zur Ironie, die selten zündet, und eine Prosa, die keine Bilder entstehen lässt - zumindest auf den ersten 30 Seiten, denn weiter bin ich nicht gekommen. Christoph

#36
Inge

Inge
  • 1.342 Beiträge
  • Dabei seit 05.05.06
Hallo Christoph, "Tod und Teufel" war, meines Wissens, Schätzings Erstling. Bis zum Schwarm hat er sich noch gesteigert - wobei mir "Der Schwarm" nicht gefallen hat. LG Inge

#37
Thomas R.

Thomas R.
  • 2.632 Beiträge
  • Dabei seit 07.04.05
Hallo Marco,

Du Kulturbanause!!
Das war mein Buch des Jahres 2005!!! ;D


Ich habe den Thread gesucht und durchgelesen. Ich kann die Argumente nachvollziehen, aber ich finde den Roman immer noch furchtbar.
Aber ich habe auch einen sehr eigenwilligen Geschmack.... immer schon. Ein echter Kulturbanause halt :D

Gruss

Thomas
"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

#38
(Elena)

(Elena)
"Tod und Teufel" hat mir sehr gefallen, aber es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich darin zurecht gefunden habe, und deinen Kritikpunkten kann ich zum Teil recht geben (die Prosa, die keine Bilder entstehen lässt, ist mir allerdings nur bei den Beschreibungen mancher Details aufgefallen), die Ironie gefiel mir. Trotzdem habe ich es sehr gerne gelesen ... auch wenn ich es mitunter mehr als Historienfantasy ansehen würde statt als historischen Roman (der "Böse" war doch etwas übermenschlich angehaucht). Mag man, oder mag man nicht. :) Dasselbe galt für die Korrekturen. Erst auf den letzten dreihundert Seiten habe ich mit angehaltenem Atem gelesen, davor zog es sich manchmal etwas hin, aber es ist auch schwierig, mit so teilweise unsympatischen Charakteren "mitzuleben". Ich kann gut verstehen, wenn man das Buch nicht mag, es ist eines der wenigen Bücher, die ich mochte und bei denen ich keine Begründung dafür finden kann. Einen "Clou" gab es meines Erinnerns nach nicht am Ende, an das ich mich kaum mehr erinnere ... Wirklich eine interessante Liste, auch schön zu sehen, wo Leute protestieren und wo nicht. ;) Liebe Grüße, Elena

#39
(ChristophL)

(ChristophL)

"Tod und Teufel" hat mir sehr gefallen, aber es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich darin zurecht gefunden habe, und deinen Kritikpunkten kann ich zum Teil recht geben (die Prosa, die keine Bilder entstehen lässt, ist mir allerdings nur bei den Beschreibungen mancher Details aufgefallen), die Ironie gefiel mir. Trotzdem habe ich es sehr gerne gelesen ... auch wenn ich es mitunter mehr als Historienfantasy ansehen würde statt als historischen Roman (der "Böse" war doch etwas übermenschlich angehaucht). Mag man, oder mag man nicht. :)


Da sieht man mal wieder, dass solche Dinge immer nur Geschmacksache sind ;)

Christoph

#40
jueb

jueb
  • 4.000 Beiträge
  • Dabei seit 01.01.06
ja, es wird immer verworrener!
"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."&&&&Projekt MD&&"Erdbeeren & Bananen"