Inhalte aufrufen

Profilbild

Mein Anti-Buch des Jahres 2006


  • Zum Antworten bitte anmelden
63 Antworten zu diesem Thema

#41
(Elena)

(Elena)
Jueb, redest du jetzt von "Tod und Teufel", von diesem Thema, von Geschmack...?

#42
jueb

jueb
  • 4.000 Beiträge
  • Dabei seit 01.01.06
.. ich meinte es ironisch: das antibuch des einen ist das lieblingsbuch des anderen usw.. man könnte die threades "lieblingsbuch des jahres" und "mein Anti-Buch des Jahres" glatt vertauschen - naja, nur fast...
"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."&&&&Projekt MD&&"Erdbeeren & Bananen"

#43
MartinaC

MartinaC
  • 4.601 Beiträge
  • Dabei seit 06.06.05
Deswegen sage ich ja immer: jedes Werk findet seine Leser ... und bekomme immerzu Haue dafür. :s05 LG Joy, die trotzdem bei dieser Meinung bleibt. :s22

www.sieben-verlag.de


#44
(Rocker)

(Rocker)

Jonathan Franzen - Die Korrekturen

WAS in Gottes Namen hat das Buch auf die Bestsellerlisten gebracht?
Ich habe nach ca. 1/3 entnervt aufgegeben. Keine Handlung, unsinnige sexuelle Szenen verschiedener Ausmaße...

Falls es jemand in diesem Buch weiter als bi 1/3 gebracht hat, wäre es toll, wenn er mir sagt, ob es da am Ende noch einen Clou gab.

"Ja!", schreit der Rocker in mir. Sex, Familienquatsch, keine explodierenden Raumschiffe - hinfort mit dem Schund!
Aber dann ...

Aber: "Die Korrekturen" gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Ich finde es hinreissend geschrieben. Wie Franzen diese kaputte Familie bzw. deren Mitglieder zeichnet ist überzeugend, und vielschichtig; er verrät keinen seiner Protas sondern geht liebevoll mit ihnen um, obwohl er all ihre Schwächen, Macken und Unerträglichkeiten vorführt. So schreiben zu können ...

Aha, so schlecht scheint es dann nu auch wieder nicht zu sein.

Dasselbe galt für die Korrekturen. Erst auf den letzten dreihundert Seiten habe ich mit angehaltenem Atem gelesen, davor zog es sich manchmal etwas hin, aber es ist auch schwierig, mit so teilweise unsympatischen Charakteren "mitzuleben". Ich kann gut verstehen, wenn man das Buch nicht mag, es ist eines der wenigen Bücher, die ich mochte und bei denen ich keine Begründung dafür finden kann.
Einen "Clou" gab es meines Erinnerns nach nicht am Ende, an das ich mich kaum mehr erinnere ...

Leute, Ihr verwirrt mich! Ich habe das hier noch als 12- oder 13-Scheibiges Hörbuch liegen und weiß jetzt echt nicht, ob ich mir das antun soll, oder vielleicht lieber doch nicht ...

#45
Inge

Inge
  • 1.342 Beiträge
  • Dabei seit 05.05.06
Hallo Rocker, wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um  :s22 Aber schließlich bist du Rocker, also nur Mut. Mit eine der schönsten Stelle ist die, in der einer der Protas in einem New Yorker Yuppie-Feinkostgeschäft frisches Lachsfilet kauft. Der Laden ist eigentlich zu in und zu teuer für ihn. Er steht an der Theke, besieht sich Lachs und Preis und findet beides akzeptabel. Also bestellt er. Der Verkäufer säbelt ab, tütet ein und klebt ein Preisetikett darauf. Vorne an der Kasse ist das zu bezahlen. Der Prota nimmt das Päckchen entgegen und fällt beinahe um, als er den  Preis sieht  (was da genau falsch gelaufen ist weiß ich jetzt nicht mehr) und beschließt den Laden zu verlassen ohne zu bezahlen (irgendwie biegt er sich das weltanschaulich zurecht). Heimlich steckt er das Lachspäckchen zwischen Hose und Unterhose und will sich zum Ausgang begeben. Da begegnet ihm ein, für ihn, wichtiger Mensch und verwickelt ihn in ein Gespräch. Das Päckchen fängt zu rutschen an, wird warm ... Aber lies selbst oder lass dir vorlesen.  Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß dabei. LG Inge

#46
(Peter_Dobrovka)

(Peter_Dobrovka)

Deswegen sage ich ja immer: jedes Werk findet seine Leser ...

Du sagst das immer?
ICH sag das immer! ;)

Peter

#47
(SiskianHerbstblatt)

(SiskianHerbstblatt)
Mein enttäuschendsten Buch dieses Jahres ist mein Sparbuch, das sich einfach nicht füllen lassen will... ;D Okay, augenverdrehender Scherz beiseite: So richtig enttäuscht war ich vom Roman "Diner des Grauens", das zwar einige recht interessante Ideen hat, diese aber so dermaßen grottenhaft schlecht geschrieben... Übrigens: was ich an diesem Thread wirklich schön finde: Hier wird aufgezeigt, das Autoren, die schlecht schreiben, erfolgreich veröffentlichen. Irgendwie macht mir das Mut... ;) LG Siskian

#48
(Peter_Dobrovka)

(Peter_Dobrovka)

Okay, augenverdrehender Scherz beiseite: So richtig enttäuscht war ich vom Roman "Diner des Grauens", das zwar einige recht interessante Ideen hat, diese aber so dermaßen grottenhaft schlecht geschrieben...

Von dem hab ich schon viel gehört, aber komischerweise nur Gutes. Möchtest du uns den nicht mal in den Buchkritiken detailliert vorstellen?

Übrigens: was ich an diesem Thread wirklich schön finde: Hier wird aufgezeigt, das Autoren, die schlecht schreiben, erfolgreich veröffentlichen.
Irgendwie macht mir das Mut... ;)

Vor allem wird aufgezeigt, wie unterschiedlich die Auffassungen von "schlecht" und "gut" sind.

Peter

#49
(SiskianHerbstblatt)

(SiskianHerbstblatt)

Von dem hab ich schon viel gehört, aber komischerweise nur Gutes. Möchtest du uns den nicht mal in den Buchkritiken detailliert vorstellen?


Ist erledigt!  ;)

#50
(Steffi (Ronya))

(Steffi (Ronya))


Für mich - nicht auszuhalten.
Es wäre ein wundervolles Buch gewesen, wenn die Autorin etwas vom Handwerk verstehen würde. Ganz ehrlich, wenn jemand im Dialog streitet, brauche ich danach nicht erklärt bekommen, dass sie gestritten haben.
Figurenbeschreibung einfach nur primitiv: sie war blond, x,xx Meter groß, schlank, ...
Einige Charaktere einfach nur überzeichnet

Danke!!! Danke, danke, danke! Ich dachte schon meine Mitbewohnerin und ich sind die einzigen Menschen auf der Welt, die dieses Buch für den größten Schrott halten, der je verlegt wurde! Bin nämlich grad mal wieder an anderer Stelle am mich runtermachen lassen, weil zehn "P.S.:Ich liebe dich" Fans gleichzeitig auf mich einschimpfen, wie ich die Genialität dieses Werks verkennen kann. Auf meine Frage hin, ob sie denn die klischeegetränkte Handlung mit den noch viel mehr klischeetriefenden Figuren (ich erinner mich jedesmal wieder kopfschüttelnd an den allzeit bereitstehenden Muntermacher, den schwulen Friseur) nicht störte, antworteten sie mir klar mit Nein.
Da beginn ich mich wirklich mal wieder zu fragen, warum versuch ich eigentlich eine realistische Handlung mit dreidimensionalen Figuren zu erschaffen, wenn es doch anscheinend viel einfacher ginge. Doch die Antwort ist nicht schwer: ich würde mich schämen.

Eragon hab ich auch gelesen und ich fand es zwar recht kurzweilig, aber dennoch nicht empfehlenswert. Ich habe mehrfach herzhaft gelacht, was nicht etwa an beabsichtigter Komik in der Story lag, sondern da sind teilweise echt geniale Stilblüten drin. Das ist übrigens vielleicht doch ein Grund warum man es mal lesen sollte.
Mein abschließendes Fazit zu dem Buch ist: Krieg der Sterne hat schonmal jemand sehr erfolgreich rausgebracht und das war genial. Dieselbe Geschichte ein zweites Mal nur diesmal auf dem festen Boden zu erzählen wäre nicht wirklich nötig gewesen.

Gruß Ronya

#51
(Editha)

(Editha)
Zu "P.S. Ich liebe dich": Es hilft schon sehr, Anfang Zwanzig und die Tochter eines irischen Ministerpräsidenten zu sein. :s22 @ Olga und Ronya: Ich habe das Buch vor längerer Zeit gelesen, weil ich wissen wollte, was dieses Buch zum Bestseller macht. Ich hab's nicht begriffen! Staunende Grüße, Editha

#52
Dietmar

Dietmar
  • 996 Beiträge
  • Dabei seit 21.08.05
Thomas Brussig - "Wasserfarben", eine so schlechte "Fänger im Roggen"-Kopie habe ich noch nie gelesen. Viele Grüße Dietmar

#53
(SiskianHerbstblatt)

(SiskianHerbstblatt)
Zu P.S.: Ich liebe Dich: In einem anderen Forum wurde dieses Buch in einer Rezi vorgestellt. Und gleich drei Frauen schrieben, das sie der Verfasserin der Rezi vollkommen recht geben - das Buch sei wirklich wunderbar. Mit anderen Worten: Der "Ottonormalleser" und der "Autorleser" haben eben doch zwei vollkommen verschiedene Sichtweisen... LG Siskian

#54
Silvia

Silvia
  • 913 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.05
"Liebe ist ein Kleid aus Feuer" von Brigitte Riebe. Ich habe das Buch zum Geburtstag bekommen, es sei so toll und eine Empfehlung der Frankfurter Buchmesse. Keine Ahnung ob es stimmt. Ich als "Ottonormalleserin" bervorzuge historische Romane, obwohl es zur Zeit wieder eher die Vampirromane aus der Anita Blake Reihe sind. Kurzinhalt: Unbändige Sehnsucht nach Liebe und Freiheit im tiefsten Mittelalter. 950 n.Ch. Deutsches römisches Reich. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Eila, die amazonengleiche Tochter des Ritters Raymond von Schwarzfels, und Rose, die schon als Kind seltsame, in die Zukunft weisende Träume hat und später unter dem Namen Roswitha von Gandersheim als erste deutsche Dichterin in die Geschichte eingehen wird. Tja, an Eila habe ich nichts amazonenhaftes bemerkt, eher wirkt sie auf mich "jammernd" und reitet lieber, als zu lesen, wenn sie nicht gerade den Sohn des Schmieds vernascht und damit ihre Probleme erst richtig anfangen. Das Rose hellsehen kann ist mir auch nicht aufgefallen, obwohl sie lieber liest als reitet und zwischendurch mal einen epileptischen Anfall bekommt. Sollen das die hellseherischen Merkmale sein? Nun, wir haben es hier mit dem tiefsten Mittelalter zu tun, einer Zeit in der es von  "Natur" aus so viele Bösewichte gab, dass es an Spannung nicht fehlen dürfte. Da ist ein seltsamer Mönch, der irgendwelche Intrigen spinnt. Eine Gruppe Adlige, die König Otto stürzen wollen. Oda die Eiskönigin, die typische boshafte Stiefmutter, aber nein sie ist ja tatsächlich Eilas Mutter, was sie erst richtig böse macht. Eine Schönheit die nun verbittert versucht in den Kreis der königlichen Gemeinschaft zu gelangen. Außerdem bringt sie ständig ihre Babys um....seltsame Geschichte....? Ich habe mich lange durch das Buch gearbeitet, weil ich es auch kaum fertig bringe, ein Buch ungelesen zu Seite zu legen. Dennoch, diese Geschichte war leidenschaftslos, ohne Spannung mit so farblosen Figuren, dass es einem wirklich auf die Nerven gehen konnte. Dabei will ich nicht behaupten, einen übergroßen Anspruch an meine Lektüre zu stellen, die für mich letztlich Unterhaltung bedeutet. Doch "Liebe ist ein Kleid aus Feuer" war für mich eine Enttäuschung. Viele Grüße Silvia

Die Trevelyan Schwestern - Jetzt geht es um Liebe


#55
(Rocker)

(Rocker)
John Irving: Until I Find You

Ich hatte vor Jahren schon beschlossen, von Irving nichts mehr zu lesen, weiß gar nicht mehr genau warum. Wahrscheinlich war ich einfach nur genervt. Aber nun schleppt meine Frau dieses Werk an und ist begeistert. Und wenn man den Kritikerstimmen Glauben schenken mag, dann ist es sein bester Roman bislang. Also machte ich mich frohen Mutes ans Lesen und siehe da - ich habe mich in mehreren Wochen mühselig bis zu Seite 165 gekämpft, gelangweilt und geärgert. Bin noch am überlegen, ob ich es weglegen oder beenden soll. Ein paar Dinge, die mir absolut negativ aufgestoßen sind:

- die Charaktere: Da ist nicht eine einzige Figur dabei, die ich im mindesten leiden könnte oder deren Handlungen ich wenigstens nachvollziehen kann.

- die Handlung: Es ist zwar das typisch Irvingsche Kaleidoskop hyperaktiven Vorantreibens der Story, aber nichts, das mich auch nur im Geringsten packen würde.

- der Stil: Irving erzählt in einem so federleichten Plauderton, als würde er in der Kneipe neben Dir sitzen. Das ist Gekonnt, das ist sein Stil, aber um mich hinter dem Ofen hervor zu locken, da bräuchte es schon einiges Mehr an Dramatik, an Tiefgang, an Leiden und Mittelbarkeit. Er macht es sich meiner Ansicht nach einfach zu leicht. Er erzählt dort, wo Erleben angebracht wäre. Er geht da ins Detail, wo ich gut drauf verzichten könnte und übergeht Stellen, wo ich gerne mehr erfahren hätte.

Meine Einschätzung, auch wenn ich damit ganz alleine dastehe: Kein großes Kino!

#56
Rainer Innreiter

Rainer Innreiter
  • 182 Beiträge
  • Dabei seit 22.06.05
Auf hohem Niveau enttäuschend: "Hannibal rising" von Thomas Harris. Ich muss vorausschicken, dass ich "Roter Drache", "Das Schweigen der Lämmer" und - trotz der Verrisse! - auch "Hannibal" mit einer Hingabe gelesen habe, die sich ein Autor nur wünschen kann. Aber "Hannibal rising" ... es wäre besser gewesen, der gute Hannibal hätte sich nicht bemüht und wäre sitzen geblieben. Generell stehe ich Prequels skeptisch gegenüber. Man nehme nur "Star Wars" her: Da dreht Lucas drei stinklangweilige, höchstens unfreiwillig komische Filme die von der Verwandlung eines nervigen Jungen zu einem noch nervigeren Teenie handeln. Gar so schrecklich ist Harris' neuer Roman natürlich nicht (da hat Lucas die Latte für unnötige, völlig vergurkte Filmtrilogien sehr hoch gelegt). Aber als Hannibal-Fan stellt man sich auf jeder Seite die Frage: Wozu lese ich das eigentlich? Wie aufregend: Hannibal wird zum Psychopathen, weil er selber Opfer von abscheulichen Mördern wurde. Und als würde das nicht reichen erklärt man seinen Kannibalismus damit, dass seine eigene Schwester verspachtelt wurde. Das ist banalste Stammtisch-Psychologie, die eines Thomas Harris nicht würdig ist. Zudem nerven die Zufälle: Die Mörder seiner Schwester wohnen bequemerweise quasi ums Eck. Sehr praktisch: Da braucht Hannibal nicht weit fahren. Wenn man bedenkt, dass Hannibal sowie die Mörderbande aus Litauen (!) geflohen sind, erscheint das Zusammentreffen in Frankreich mehr als unwahrscheinlich. Zudem fand ich das Buhlen um Mitleid und Verständnis für Hannibal nervig: Kann ein Mensch nicht ganz einfach sadistisch veranlagt sein? Muss sein Verhalten die ewig gleichen Gründe haben: Beschissene Kindheit, traumatisches Erlebnis, Schläge vom Vater, Missbrauch, bla? Kurzum: "Hannibal rising" ist völlig unnötig und eine faule Tomate im Gesicht der Ikone Hannibal Lecter. Konsequenterweise endet der Roman dort, wo er spannend werden hätte können, nämlich bei Hannibals Ankunft in den USA, wo er seine Neigungen erst richtig kultivieren und ausleben konnte. Falls Harris noch einen Hannibal-Roman nachschieben sollte, dann hoffentlich beginnend mit diesem Zeitpunkt. Positiv zu erwähnen ist der bissfeste Umschlagkarton: Ich habe ihn nach der Lektüre des Buches getestet...

#57
(TT)

(TT)
Von Harris haben mich eigentlich nur "Roter Drache" und "Das Schweigen der Lämmer" überzeugt, letzterer vorwiegend als Film. Danach war für mich mit genialen psychopathischen Serienkillern erstmal Schluss. Nie vergessen werde ich aber das Bild des aufrecht stehenden Anthony Hopkins als Hannibal Lecter bei seinem ersten Auftritt im Film. Intelligent, aufmerksam, bösartig. Das ist der Stoff aus dem Legenden gestrickt sind. Wäre Harris schlau gewesen, hätte er es genau dabei belassen. Stattdessen begeht er den Fehler, den so viele machen, die von ihrem Erfolg berauscht sind und denen nichts Neues mehr einfällt. Sie erklären und erklären und begreifen gar nicht, dass sie den Mythos mit jeder Erklärung weiter zerstören. Schade. Gruß, Thomas

#58
(9Rabem)

(9Rabem)

Wäre Harris schlau gewesen, hätte er es genau dabei belassen. Stattdessen begeht er den Fehler, den so viele machen, die von ihrem Erfolg berauscht sind und denen nichts Neues mehr einfällt. Sie erklären und erklären und begreifen gar nicht, dass sie den Mythos mit jeder Erklärung weiter zerstören. Schade.

Ich denke, dass die Milliönchen ihm dabei helfen, den Fehler zu verkraften.
RAbe

#59
Rainer Innreiter

Rainer Innreiter
  • 182 Beiträge
  • Dabei seit 22.06.05

Nie vergessen werde ich aber das Bild des aufrecht stehenden Anthony Hopkins als Hannibal Lecter bei seinem ersten Auftritt im Film. Intelligent, aufmerksam, bösartig. Das ist der Stoff aus dem Legenden gestrickt sind.


Ja - eine absolut brillante Interpretation von A. Hopkins! Erinnerte mich ein wenig an Perkins Darstellung des Norman Bates. Man fasst Vertrauen zu diesen Figuren, findet sie sogar höchst sympathisch, und am Schluss fletschen sie denn doch die Zähne.
Die Kellerszene in "Psycho" gehört für mich zu den grandiosesten Szenen der Filmgeschichte. Wie Bates in den Fummeln seiner Mutter kreischend das Messer zückt, nachdem man noch ganz perplex vom Anblick des Skeletts im Stuhl ist...

Wäre Harris schlau gewesen, hätte er es genau dabei belassen. Stattdessen begeht er den Fehler, den so viele machen, die von ihrem Erfolg berauscht sind und denen nichts Neues mehr einfällt. Sie erklären und erklären und begreifen gar nicht, dass sie den Mythos mit jeder Erklärung weiter zerstören.


Ich denke, Harris hat sich den falschen Faden ausgesucht, um den Hannibal-Stoff weiter zu weben. Was mich und sicher auch andere interessiert hätte, wäre jener Werdegang gewesen, der ihn ins Gefängnis führte. Teilweise wird das in "Schweigen der Lämmer" und "Roter Drache" angerissen. Das wäre interessant gewesen! Stattdessen präsentiert man uns die älteste Schlachtplatte überhaupt: Ein Mann wird aus Rache zum Mörder. :s14

Ach ja: Derzeit lese ich M. Chrichtons neuen Roman "Next". Oder sollte ich sagen, ich versuche es? Die Jurassic-Park-Bücher oder "Schwarzer Nebel" habe ich in einem Zug verschlungen. Aber irgendwie scheint sich Crichton bei jedem neuen Roman vorzunehmen, seine Leser auf möglichst perfide Art und Weise zu langweilen oder in pure Verzweiflung ob des Unverständnisses für den Plot zu stürzen.
Ich bin ca. auf Seite 200 - nach 2 Wochen! - und zittere mich von Seite zu Seite. Tatsächlich führt Crichton alle paar Seiten neue Protagonisten (?) ein. Da ich nicht dazu neige mir Notizen oder Stammbäume während des Lesens zu machen, blicke ich nicht mehr durch, wer wer ist. Und ich fürchte, das ist auch völlig egal. So etwas wie einen roten Faden suche ich vergebens. Es scheint um Gentechnik zu gehen. Soviel wusste ich aber bereits vorher...
Was mir besonders unangenehm bei den letzten Crichton-Büchern, wie auch etwa bei "Der Schwarm" auffällt: Die Autoren protzen mit ihrem Wissen und bedenken nicht, dass der größte Teil der Leserschaft bestenfalls über rudimentäres Wissen in den jeweiligen Fachgebieten verfügt. Wahrscheinlich hält mich nun jeder für einen ungebildeten Volltrottel, aber ich bin sogar bei "Der Schwarm" teilweise ratlos vor den Seiten gesessen. Und das ärgert mich, zumal bei Crichton, der etwa in "Die Gedanken des Bösen" auf wunderbar leichte Weise komplexe Sachverhalte erklären konnte. Anscheinend ist das außer Mode geraten.

#60
(TT)

(TT)

Ich denke, dass die Milliönchen ihm dabei helfen, den Fehler zu verkraften.


Ich vermute mal, dass er es gar nicht als Fehler empfinden wird.
Und wenn ja, werden ihm auch seine Millionen nicht helfen. Denn das hieße ja, dass Geld glücklich macht.
Und daran will und kann ich nicht glauben. ;)

Gruß,
Thomas