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Provision


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68 Antworten zu diesem Thema

#21
(Guest)

(Guest)
Stimmt nicht, dass große Verlage kulanter wären oder Neulinge super bezahlen. Ich habe mich hochdienen müssen von 5000 E und bin inzwischen bei 15.000 E (TB) mit entsprechender Erwartungshaltung. Vorschüsse wie Provisionen sind Verhandlungssache. Ein Agent schlägt immer mehr heraus. Hohe Vorschüsse haben den Vorteil, dass man erst mal halbwegs finanziert ist.

#22
MartinaC

MartinaC
  • 4.601 Beiträge
  • Dabei seit 06.06.05
Danke für die Erklärungen, Tin, und danke für das Thema! Jetzt seh ich klarer. Ist ja eigentlich logisch. *g* Trotzdem fühlt man sich besser wenn der Vorschuß (oder Garantiehonorar) hoch ist. Schließlich muss man von was leben, und Monate aufs Geld warten ist auch nicht so klasse. Die Differenz zwischen dem was der Verlag macht und dem Autor ist allerdings erschreckend hoch, wenn man sich das mal in Zahlen betrachtet. Die Verlage machen ein Vermögen, während der Autor mit dem bisschen abgespeist wird. Ist das nicht total ungerecht? Schließlich gäbe es ohne Autoren nix zu veröffentlichen. LG Joy

www.sieben-verlag.de


#23
Martina

Martina
  • 4.719 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05

Die Verlage machen ein Vermögen, während der Autor mit dem bisschen abgespeist wird. Ist das nicht total ungerecht?


*gg* Also, was ein Buch in der Herstellung kostet und wie viel dem Verlag netto bleibt, weiß ich nicht... ;)

Gruß,

Tin

#24
Quidam

Quidam
  • 3.774 Beiträge
  • Dabei seit 07.04.05
Danke Tin und 'schniefel' für die Auführungen. Ich gehe ja mal davon aus, dass man trotzdem etwas auf der Seite hat und nicht unbedingt auf die Garantiesumme angewiesen ist, um zu überleben. Das nur nebenbei. Joy, da möchte ich schon widersprechen. Ich finde das mehr als gerecht, wenn ich von 90.000 € Umsatz 5.400 € bekomme! 1. bekommt der Verlag (schätze ich) nur die Hälfte vom Buchhandel bezahlt, macht 45.000 € abzüglich Autorenhonorar, Werbung, Druckkosten, Lektoren und sonstige Gehälter, usw, bleibt da nicht viel übrig. 2. Selbst wenn 10.000 € übrig bleiben - hätte der Autor überhaupt diese Verkaufszahlen erreichen können? Natürlich arbeitet ein Autor vielleicht zwei Jahre hart an seinem Roman und der Verlag bringt es mit weitaus weniger Aufwand auf den Markt. Doch verkauft es sich supermäßig, dann bekommt der Autor auch nach Jahren Geld, ohne überhaupt noch etwas dafür zu tun. Verkauft sich ein Buch 100.000 € mal, schätze ich den Verdienst des Autors mindestens auf 80.000 € für zwei Jahre Arbeit. Der normale Arbeiter verdient um die 1300 € netto. Muss also um die fünf Jahre dafür buckeln, um das zu erreichen. Und bekommt dafür weitaus weniger Anerkennung, pauschal gesagt. Was mich noch interessiert: Muss man die Garantiesummen und überhaupt das Autorenhonorar noch versteuern? Mag vielleicht eine naive Frage sein, aber ich weiß es halt wirklich nicht ... :-[ Grüße Quidam

#25
(Petra)

(Petra)
Hallo Quidam, hallo Leute, da ich vom Schreiben lebe, rechne ich so mit dem Vorschuss: Was ich z.B. 2005 an Vorschüssen bekomme, ist mein Jahresumsatz 2005. Daran kann ich leicht errechnen, ob es reicht. Um 2006 weiterleben zu können, muss ich wieder entsprechende Vorschüsse machen, weil ich mit Provisionen ja nicht gleich rechnen kann. Ergo muss einer, der davon lebt, fürchterlich ranklotzen ;-) Und ja natürlich musst du alles versteuern, was du verdienst! Du musst auch Sozialabgaben zahlen. Ob das Autorenhonorar ist oder ein riesiger ebay-Gewinn, das kannst du nicht unterschlagen. Je nach Beruf wird das dann teuer, Nurschreiber haben Vergünstigungen wie die KSK, aber das wäre ein Extrathread. Schöne Grüße, Petra

#26
Sysai

Sysai
  • 1.565 Beiträge
  • Dabei seit 11.02.05

Die Differenz zwischen dem was der Verlag macht und dem Autor ist allerdings erschreckend hoch, wenn man sich das mal in Zahlen betrachtet. Die Verlage machen ein Vermögen, während der Autor mit dem bisschen abgespeist wird. Ist das nicht total ungerecht?


Hallo, Joy

Der Verlag verdient leider keine goldenen Berge an den Büchern. 50% des Nettobetrages ohne MWST bekommt erst einmal der Buchhändler bzw. die Vertriebsschiene. Dann müssen die Lektoren und sonstigen Mitarbeiter bezahlt werden, die Agenturen, die die Titelbilder heranschaffen, die Rechte für die Titelbilder, das Setzen, das Papier, der Drucker ... ganz abgesehen von all den Kosten, die der tägliche Betrieb so mit sich bringt. Dazu ist dieses Geschäft mit so vielen Unwägbarkeiten ausgestattet, dass ein Verlag bei einer dummen Entscheidung sogar pleite gehen kann. (z.b. an überhöhten Lagerkosten, die auf einer viel zu hohen Anfangsauflage resultieren, überhöhten Lizenzgebüren für einen englischsprachigen Bestseller, der sich als Flop erweist).

Was die Vorschüsse betrifft: Mir wären kleinere Garantiesummen lieber, so dass ich irgendwann noch einmal etwas bekomme. Für mein erstes Buch (vor zwei Jahren) habe ich eine vierstellige Summe  bekommen - und bei jeder Abrechnung eine hübsche Summe dazu, insgesammt bisher das Achtfache - und das Buch ist immer noch im Handel.

Jetzt zahlt der Verlag mehr, aber ich fürchte, ich bekomme nichts mehr nach - oder zumindest erst nach Jahren.

Steuer (  :s16  >:(  :s11  :s07  :s10  :s05 ):

Man muss wie jeder Arbeitnehmer oder Freiberufler den vollen Steuersatz abführen - minus nachweisbarer Ausgaben. Auch deswegen wären kleinere Vorschüsse nicht von Übel.
Stell dir vor, du hast in einem Jahr einen Vorschuss von 50.000 €, verteilt auf Vertragsabschluss und Abgabe, die zufällig in dieses Jahr fallen. Dann steckst du ganz schön in der steuerlichen Progression, insbesondere, wenn du noch einen Nebenjob hast. Im nächsten Jahr bekommst du nix, weil du kein Buch ablieferst/keinen Vertrag abschließt. Aber die Steuer nimmt erst einmal an, du würdest genau so viel einnehmen und verlangt einen Einkommensteuervorschuß von dir. Da siehst du erst einmal dumm aus der Wäsche (finanziell gesehen).

Sysai (steuergeschädigt)

#27
(Peter_Dobrovka)

(Peter_Dobrovka)
Über die Provisionen bei mir gibts an dieser Stelle nur Stillschweigen. Aber aufgrund der von Sysai genannten Kosten ist in der Erstauflage mein Verlagsgewinn etwa so hoch wie der Gewinn des jeweiligen Autors. - vorausgesetzt, es werden 2/3 der Auflage verkauft. Das finanzielle Risiko ist bei mir mangels ausgereifter Vertriebsschiene und Bekanntheitsgrades (sowohl was Verlag und was Autoren betrifft) gewaltig. Ich wäre lieber Autor als Verleger. Und meiner eigenen Hände Fleiß rechne ich gar nicht ein. Wenn ich mir nur zehn Euro pro Arbeitsstunde zahlen würde, könnte ich mich mir gar nicht leisten. Die großen Publikumsverlage können nur aufgrund ihrer Masse funktionieren. Riesige Auflagen. Umsätze, von denen ich nur träumen kann, sind da schon Flops. Und da wird dann auch kalkuliert, daß ein Hit ca. 5 Flops trägt. Die jetzt allgemein üblichen Provisionen, wie sie hier aufgezählt werden, sind schon okay. Peter

#28
Martina

Martina
  • 4.719 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Hi, Quid, ja, das mit der Steuer ist ein Kreuz. Ich habe vor mehreren Jahren mal fünfstellige Provisionen für Jugendbücher bekommen und das ganze Geld strafbar naiv und überglücklich mit beiden Händen verprasst. Die Küche gefällt mir heute noch :-) Dann kam der Hammer in den nächsten Jahren: Das fing damit an, dass ich für den Kindergarten meines Sohnes den Höchstbetrag nachbezahlen musste ("Geht das auch in Raten?" :s10 ) und hörte mit dem Höchstbetrag für die Krankenkasse lang noch nicht auf. Von der Steuer ganz zu schweigen. Du ahnst nicht, wie viele Vorschüsse es brauchte, um aus dieser Misere wieder herauszukommen ;) Ich kann jedem, der einmal viel mit Büchern verdient, nur raten, die Hälfte zur Seite zu legen und so zu tun, als wäre das Geld nicht da. Denn gerade als Autor sind die Schwankungen im Verdienst kaum zu kontrollieren. Gruß, Tin

#29
(Guest)

(Guest)
Aha, hier gibt's also "Butter bei die Fische". Das ist wirklich selten! Danke für die Einblicke! Hier ist mein Outing: Sachbuch in großer, renommierter Verlagsgruppe Erstauflage 5000 Stück nix mit Vorschuss (jaja, Anfängerfehler! selbst schuld!) bis 5000 Ex. 8% bis 10.000 Ex. 9% darüber 10% Belletristik in bekanntem Verlag (Minis zum Verschenken) Buch 1, VK-Preis Vorschuss 200 Euro Erstauflage 5000 Stück bis 5000 Ex 5% ab 5001 Ex 6% Buch 2 Vorschuss 250 Euro Erstauflage 5000 Stück bis 5000 Ex 6% ab 5001 Ex 7% Roman in großem Publikumsverlag Vorschuss 2500 Euro, 50% bei Abschluss, 50% bei Erscheinen bis 20000 Ex 5% bis 40000 Ex 6% danach 7%

#30
MartinaC

MartinaC
  • 4.601 Beiträge
  • Dabei seit 06.06.05
Vom Schreiben leben können, davon träume ich noch, Petra! Okay, ich sehe ein, dass das Verlagsgeschäft genau wie jedes andere mit jeder Menge Kosten zu rechnen hat, und die hohen Zahlen trügerisch sind. Also wollen wir mal zufrieden sein und die Klappe halten.*g* Das mit der Steuer versteh ich nicht so ganz, aber wer tut das schon?*lol* Ich dachte wenn man nur 1 Garantiehonorar im Jahr hat, dann fällt das unter die Grenze vom steuerpflichtig sein. Angeben muss man es natürlich, aber das ist doch eher ein "Kleingewerbe", sowas wie Tupperware oder Avon. Kommt man über den Freibetrag siehts schon anders aus, da muss man dann das schwere Steuerlos mit allen anderen Selbständigen teilen. Oder sehe ich das falsch? LG Joy

www.sieben-verlag.de


#31
(Petra)

(Petra)
Hallo Joy, es kommt einfach auch darauf an, was man zum Leben braucht ;-) Für Steuerratschläge von Privatpersonen gibt's im Internet Abmahnungen, fragt bitte bei eurem Finanzamt oder Steuerberater. Meist gilt: Wer viel verdient, zahlt viel, wer fast nichts verdient, zahlt wenig. Schöne Grüße, Petra

#32
MartinaC

MartinaC
  • 4.601 Beiträge
  • Dabei seit 06.06.05
Ist schon klar, erwartete auch nur eine generelle Meinung, keinen Rat.*g* Danke Petra, so hatte ich mir das auch gedacht. LG Joy

www.sieben-verlag.de


#33
Lars

Lars
  • 673 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Hallo und MOIN! Hier ist von TB und HC die Rede. Aber was ist mit einem Paperback-Buch?! Wie seht Ihr da die Prozente?!? Übriegens Vorschuss: Ich habe bisher 2 x Vorschuss (Fest/Garantiehonorar) erhalten. Immer 50 Bei Unterschrift des Vertrages, 50 Prozent bei Erscheinen (hoffe ich habe mich nicht vertan) Gruss Lars :s13
Der Autor Lars A. Fischinger&&[URL=http://www.tilma-von-guadalupe.de]URL]

#34
(peti)

(peti)
Hi Lars, öhhhh, was verstehst du denn unter einem Paperback? Paperbacks sind doch Taschenbücher. Oder meinst du ein bestimmtest Format wie z.B. Klappenbroschur? Die zählen meines Wissens zu den TBs. Ciao peti

#35
Siegfried

Siegfried
  • 822 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05

Paperbacks sind doch Taschenbücher.


Theoretisch ja, nimmt man das Wort als bloße Übersetzung.
Praktisch hat sich im Deutschen aber unter 'Paperback' eine andere Definition etabliert. Qualitativ sind Paperbacks identisch mit Taschenbüchern, sie sind jedoch großformatiger: etwa DIN A 5.

Roy

#36
Lars

Lars
  • 673 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Hallo! Ja, genau! Paperback sind hier ein Zwischending zwischen HC und TB. Sind wie gebundene, nur mit dünneren Papier und keinem Pappdeckel. Ca. A5 sind sie, aber da gibt es Abeichungen. Von der Qualität her sind sie besser als Taschenpücher. Gibt es hier für die Provision auch Regelungen? Müsste also mehr als ein TB sein, aber weniger als ein HC. 8 Prozenz - kann das sein? Gruss Lars
Der Autor Lars A. Fischinger&&[URL=http://www.tilma-von-guadalupe.de]URL]

#37
(Jan)

(Jan)
Hallo, Lars! Ja, bei mir zumindest waren es 8 Prozent. Gruß Jan

#38
Lars

Lars
  • 673 Beiträge
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TB, Variante I 6% bis 25.000 7% bis 50.000 8% ab 50.000 Vorschuß: 8.000 Euro TB, Variante II 6% bis 10.000 7% bis 25.000 8% ab 25.000 Vorschuß: 9.000-12.000 Euro HC 8% bis 15.000 9% ab 15.000 Vorschuß: 17.000 Euro stand ja weiter oben! Was sind denn das für Summen der Vorschüsse???? Utopisch, utopisch! 2000 Euro Garantiehonorar - mehr habe ich noch nie gesehen, gehört, bekommen (für ein HC). : Viele Grüße Lars :s13
Der Autor Lars A. Fischinger&&[URL=http://www.tilma-von-guadalupe.de]URL]

#39
Lars

Lars
  • 673 Beiträge
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Hallo, Lars!

Ja, bei mir zumindest waren es 8 Prozent.

Gruß
Jan


Bei mir meist auch!

Gruss
Lars
Der Autor Lars A. Fischinger&&[URL=http://www.tilma-von-guadalupe.de]URL]

#40
(Guest)

(Guest)

Was sind denn das für Summen der Vorschüsse???? Utopisch, utopisch!
2000 Euro Garantiehonorar - mehr habe ich noch nie gesehen, gehört, bekommen (für ein HC).  :


Lars,

es ist nicht leicht, Vorschüsse zu vergleichen. Du mußt zu meinen Zahlen bedenken:

- Ich schreibe Romane für ein Mainstream-Genre.
- Die Verträge werden von einem Agenten ausgehandelt.
- Der HC-Vorschuß deckt das TB mit ab (von dem werden also nur noch Tantiemen fällig).

Vor allem den letzten Punkt sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. 17.000 Euro klingt viel, aber bedenkt man, daß ich für ein TB im Schnitt 10.000 Euro erhalte, sind das nur 7.000 Euro für das HC, was bei meinen Vertragsbedingungen etwa 4.500 verkauften Hardcovern entspricht.

Wie auch immer. Ein Gutes hat die Sache doch: Du kannst beim nächsten Mal mehr verlangen, mit dem Argument, du habest dich mit Autorenkollegen ausgetauscht und da ganz andere Zahlen gehört. ;)

Romanautor