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Dschungelkind


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6 Antworten zu diesem Thema

#1
(Jan)

(Jan)
Liebe Leute, seit ich keinen Fernseher mehr habe (ha! das gibt's - jedenfalls tut's mein Receiver nicht mehr - und ich vermisse die Kiste nicht mal) geht offenbar vieles an mir vorbei. Heute bei einem Stadtbummel gesehen - ein komplettes Fenster der Buchhandlung war vollgestapelt mit dem Buch "Das Dschungelkind", dazu ein Riesenplakat (der Autorin?) im Schaufenster. Ich kannte weder den Titel noch den Autorennamen, hab jetzt mal kurz gegoogelt und wäre neugierig drauf, ob einer von Euch das Buch kennt. Bin irgendwie mißtrauisch, da in den letzten Jahren ja immer mal wieder solche Bücher hochgepusht wurden nach dem Strickmuster Europäerin und irgendein Exot (ist jetzt nicht despektierlich gemeint). Die Massai, z. B. Komischerweise immer Frauen in exotischem Ambiente.... Hat sich da jemand an einen Trend drangehängt, oder lohnt es sich, das Buch zu lesen? Nachtaktiver Gruß Jan  

#2
Juliane

Juliane
  • 784 Beiträge
  • Dabei seit 17.02.05
Die junge Frau hat im zarten Alter von ich glaube fünf Jahren ihren Vater in den Dschungel begleitet, ich weiß nicht, wohin, aber auf jeden Fall hat er das Naturvolk erforscht und sie ist mit den Menschen dort aufgewachsen. Würde also schon sagen, dass es sich von den Frau-erfüllt-na-du-weißt-schon-in-Afrika-weil-sies-zuhause-nicht-kriegt.

#3
(Petra)

(Petra)

Komischerweise immer Frauen in exotischem Ambiente....


Hallo Jan,
weißt du, Frauen suchen immer nach mehr :p

Ich hab das Buch nicht gesehen, aber eine Reportage mit Interview gesehen. Wie July schon sagte, lebte die Frau seit Kindheit mit ihren Eltern (Vater Sprachforscher) auf Papua Neuguinea mit Eingeborenen im Urwald - von einem Stamm, der besonders wild war und anfangs noch Kannibalismus pflegte.

Der Reiz der Geschichte liegt anscheinend in zwei Dingen: Wie die Eingeborenen durch das Aufeinandertreffen zweier Zivilisationen ihr System der Blutrache langsam aufgaben und lernten, ohne Hass und Rache zu leben. Und zum zweiten, wie ein Mensch mit dem absoluten Kulturschock umgeht, wenn er sein "eigenes, zivilisiertes" Land wieder betritt.

Mich hat das so gepackt, dass ich das Buch lesen möchte. Nicht nur weil der erste Strang sehr aktuell ist - weltpolitisch gesehen... sondern weil das zweite jedem im Kleinen passiert, der lange in einem anderen Land gelebt hat oder emigriert.

Es hieß am Schluss, die junge Frau wisse noch nicht, ob sie nicht wieder in den Urwald zurückgehe, ob sie "ihre" Kultur aushält. Da kann ich mich reinfühlen - wenn ich nach D. zurück kehre, ist es eine fremde Welt geworden...

Warum solche Bücher? Vielleicht können wir dadurch unsere eigene ach so hochgelobte Zivilisation besser spiegeln und darüber nachdenken? Wobei ich jetzt die Bücher ausnehmen möchte nach dem Muster: Frau heiratet dollen Ausländer und erlebt durch dessen böses Ausland und böse Religion Böses und geht wieder heim ins liebe Land. Das war auch lange Trend... ein fataler, finde ich.

Schöne Grüße,
Petra

#4
(Jan)

(Jan)
Danke Euch beiden für die Informationen. Gruß Jan :)

#5
Andreas

Andreas
  • 3.499 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrfit "Bücher" kommt dieses hier übrigens gar nicht gut weg. Wichtige Informationen seien unterschlagen, oder falsch bzw. widersprüchlich... Andreas

#6
(Jan)

(Jan)
Danke für die Meldung - muß mir die Zeitschrift gleich besorgen. Ich war damals schon etwas mißtrauisch, daher auch meine Frage. Gruß Jan

#7
Andreas

Andreas
  • 3.499 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Leider gibt's den Artikel mit der zugegebenermaßen reichlich reißerischen Überschrift "Verlogen" nicht online. Dafür habe ich aber das hier gefunden:

"Dschungelkind"- Buch von Sabine Kügler schürt Mythos vom "edlen Wilden"  

(Link ungültig)

Andreas