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Der lange Gang über die Stationen


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#1
ChristineN

ChristineN
  • 1.315 Beiträge
  • Dabei seit 04.12.06
Hallo, dieses Buch interessierte mich sehr, da es sich einerseits um ein Debüt handelt und es andererseits mit dem Jürgen-Ponto-Literaturpreis ausgezeichnet wurde und auch in der Presse ausführlich beschrieben wurde. Der Autor ist sehr jung (Jahrgang 1982), kommt aus einem Dorf in Österreich und schreibt über das Landleben und die Beziehung, Ich-Erzählung, eines wortkargen, introvertierten Bauern. Es ist ein wirklich ungewöhnliches Buch. Besonders die Sprache, der Stil ist anders, und deshalb zieht es auch in den Bann, sofort. Zum Teil sind die Sätze aber auch wieder so verschachtelt, dass man manche zwei Mal lesen muss, um zu begreifen. Reinhard Kaiser-Mühlecker schreibt, dass die Zeit vergeht und sonst nichts passiert. Und diese Atmosphäre beschreibt er wirklich gut. Man darf nicht auf Action oder Spannung hoffen, aber auf Stimmung. "Bald darauf verließ ich den Hof - und alles damit Zusammenhängende." Absatz, dann weiter im 2. Kapitel: "Die Zeit des Nebels war vorbei, und ich war wieder zu Hause, bei meiner Frau, die auf mich gewartet hatte, wie sie es versprochen hatte und wie es ausgemacht worden war." Ungewöhnlich, oder? Die Länge von 157 Seiten ist meiner Meinung nach gut gewählt, denn mit mehr Seiten wäre es langweilig geworden, aber das Richtige für ein sonniges Wochenede, irgendwo in der Stille, auf einer Wiese oder im Wald... mlG Christine