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Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht (Jakob Hein)


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(MarenF)

(MarenF)
Boris hat eine Agentur für verworfene Ideen eröffnet, doch bisher hat sich da nicht wirklich viel drin getan. Es scheint, als würden all die verworfenen Ideen niemanden außer ihn selbst interessieren. Eines Tages kommt er in Kontakt mit Rebecca, das mehr durch Zufall, denn dort, wo nun seine Agentur drin ist, war vorher ein Computerladen und Rebecca rief an, um ihren Rechner reparieren zu lassen. Die beiden kommen ins Gespräch, landen dabei auch bei Büchern, genauer gesagt Romananfängen. Boris würde solche niemals aufnehmen, denn wer will schon nur einen Anfang, wenn er doch ein komplettes Manuskript sucht? Außerdem hat er davon selbst genug, doch will Boris kein Schriftsteller sein, denn dann müsste er all diese Ideen ja zu Ende schreiben. Eine Geschichte aber hat Boris, die ist etwas ganz besonderes für ihn. Sie handelt von Sophia, einer wunderschönen Frau, die die Gabe hat, Gedanken lesen zu können. Als sie auf der Straße zusammenbricht und ins Koma fällt, kann sie trotzdem mit dem Arzt Sebastian auf der Intensivstation reden. Der hält das zuerst für eigene Überlastung, hört ihr aber dann doch zu. So berichtet Sophia, wie sie vorher für einen Schriftsteller arbeitete, der ihr eine Geschichte diktierte, in der es um den Sinn des Lebens ging. Dieses kleine (es sind gerade mal 170 Seiten) Büchlein ist ein wahrer Schatz. Ganz von selbst und in wunderschöner Sprache fügen sich die einzelnen Geschichten darin ineinander. Mir haben die Geschichten, die so gut verwebt sind und somit einen Roman ergeben, ebenso gut gefallen wie der schöne Schreibstil. Es ist ein ungewöhnliches Buch, wunderbar leicht zu lesen und dabei sehr fesselnd.